• Sie möchten wissen, welche Anforderungen und Vorkenntnisse für ein soziales Engagement wichtig sind? Hier erfahren Sie, was Engagement ausmacht, welchen Mehrwert es für Sie und andere bietet und welche Rolle die Digitalisierung sowie digitale Kompetenzen dabei spielen.

      Wenn Sie als Engagierte:r ältere Menschen auf dem Weg in die digitale Welt begleiten möchten, brauchen Sie vor allem eines: Offenheit und die Bereitschaft, gemeinsam zu lernen. Sie müssen kein:e Technik-Expert:in oder kein Computerprofi sein! Es reicht, wenn Sie sich in den wichtigsten Bereichen der digitalen Welt einigermaßen sicher fühlen und wissen, wo Sie gemeinsam mit anderen Antworten finden können.

      Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Begriffe wie Ehrenamt, soziales Engagement oder Freiwilligenarbeit oft synonym verwendet – auch wenn sie im engeren Sinn verschiedene Formen des Engagements charakterisieren. Diese Begriffe stehen einerseits für diverse Traditionen, in denen sie entstanden sind, und andererseits für einen unterschiedlichen Kontext und Blickwinkel, in dem sie benutzt werden.

      Engagement wird dabei als Oberbegriff verwendet.

      Darunter gliedert sich das klassische Ehrenamt: Es bezeichnet ein freiwilliges, verbindliches und andauerndes Engagement, in der Regel durch die Übernahme eines Amtes. Dieses Amt wird mit oder ohne Entgelt ausgeübt. Als Ehrenamt werden klassische Formen des Engagements bezeichnet, die in Deutschland eine lange Tradition haben und in Verbänden und Vereinen oder politischen und kirchlichen Gremien organisiert sind. Beispiele sind z. B. Ehrenämter wie Schöffe oder Betreuer:in.

      Davon ist soziales Engagement abzugrenzen, welches freiwillig und gemeinwohlorientiert ist, oft im öffentlichen Raum stattfindet und in der Regel gemeinschaftlich bzw. kooperativ ausgeübt wird. Soziales Engagement kann sowohl dauerhaft und kontinuierlich als auch kurzfristig und spontan angelegt sein. In der Ausübung eines sozialen Engagements ist eine große Flexibilität enthalten, da der Formalisierungsgrad deutlich geringer ist. Gleichzeitig sind die Formen und Möglichkeiten sozialen Engagements breiter als beim klassischen Ehrenamt.

      Die Begleitung von Seniorinnen und Senioren in die digitale Welt, also die Rolle einer Lernbegleitung, ist damit in die Kategorie eines sozialen Engagements einzuordnen. So wird der Begriff hier verwendet.

      Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Menschen ihre Zeit und Energie für andere einsetzen? Die Antworten darauf sind vielfältig – und geben spannende Einblicke in das, was Menschen dazu motiviert, sich sozial zu engagieren.
      So beteiligt sich eine Person z. B. als digitale Lernbegleitung, weil sie die Gesellschaft aktiv mitgestalten möchte. Eine andere engagiert sich, um neue soziale Kontakte zu knüpfen oder um etwas von der Unterstützung zurückzugeben, die sie selbst im Laufe ihres Lebens erfahren hat. Wieder andere möchten Neues dazulernen und durch ihr Engagement mit den digitalen Entwicklungen Schritt halten.

      Die Beweggründe, warum Menschen sich engagieren, lassen sich in der Regel in zwei Kategorien einteilen. Entscheidend ist dabei, ob die Motivation aus dem Inneren der Person heraus entsteht – also, weil die Tätigkeit an sich als befriedigend oder sinnstiftend erlebt wird –, oder ob sie durch äußere Anreize oder Konsequenzen wie Belohnung, Anerkennung, Status oder Nutzen ausgelöst wird.

      Intrinsische Motive beruhen auf innerem Antrieb. Sie entstehen aus eigenem Interesse, Freude an der Tätigkeit oder dem Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun – unabhängig von äußeren Belohnungen. Personen mit intrinsischer Motivation handeln aus Überzeugung und persönlicher Begeisterung.
      Beispiel: Eine Seniorin engagiert sich regelmäßig in einer Vorlesegruppe für Kinder, weil sie Freude am Umgang mit Büchern hat und es ihr wichtig ist, die Leselust bei jungen Menschen zu fördern.

      Extrinsische Motive beziehen sich auf Beweggründe, die durch äußere Anreize oder Konsequenzen beeinflusst werden. Dazu zählen beispielsweise Lob, Noten, Belohnungen oder gesellschaftlicher Status. Personen, die extrinsisch motiviert sind, handeln mit dem Ziel, eine bestimmte Belohnung zu erhalten oder negative Konsequenzen zu vermeiden.
      Beispiel: Ein Senior übernimmt die Organisation eines Nachbarschaftsfests, weil er sich davon Anerkennung in der Gemeinde und eine Auszeichnung durch die Stadt erhofft.

      Kurz gesagt:
      Intrinsisch = „Ich engagiere mich, weil ich es richtig, interessant und erfüllend finde.“
      Extrinsisch = „Ich engagiere mich, weil ich dadurch ein bestimmtes Ergebnis erreichen, einen Nutzen oder eine Belohnung erhalte, bzw. etwas vermeiden kann“.
      Intrinsische und extrinsische Motive müssen sich nicht ausschließen oder widersprechen; sie können sich vielmehr ergänzen und gemeinsam zum Engagement motivieren.

      Digitale Kompetenzen beziehen sich auf die Fähigkeit, sich sicher und erfolgreich im Internet zu bewegen, Informationen zu finden, zu filtern und zu bewerten. Dazu gehören auch soziale Fähigkeiten, wie z. B. online mit anderen zu kommunizieren oder zusammenzuarbeiten. Digitale Kompetenzen gelten heute als wichtige Grundfähigkeiten, weil viele Bereiche des täglichen Lebens von digitalen Technologien beeinflusst werden.

      Zur besseren Übersicht hat die Europäische Union diese Fähigkeiten im Digitalen Kompetenzrahmen für Bürgerinnen und Bürger in fünf zentrale Bereiche gegliedert:

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    • Carretero, S., Vuorikari, R., Punie, Y. (2022). The Digital Competence Framework for Citizens – DigComp 2.2.
      European Commission, Joint Research Centre (JRC), EUR 31006 EN. Verfügbar unter: https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC128415 (Zugriff am: 15.12.2025).