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  • KI NUTZEN - für Schülerinnen und Schüler

    • In diesem Modul lernen wir, wie Schülerinnen und Schüler nicht nur über KI lernen, sondern mit ihr arbeiten können. Das Ziel ist nicht, das Denken abzugeben, sondern KI als "klugen Computer" und Lernpartner zu verstehen. Fangen Sie klein an. Nutzen Sie sichere Tools und testen Sie die Prompts unbedingt vorher selbst. Das Ziel ist es, die Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der KI ein Werkzeug ist – und das menschliche Urteilsvermögen die wichtigste Kompetenz bleibt.

      Joscha Falck hat dazu fünf Dimensionen für den Unterricht entwickelt, den Link zum lesenswerten Artikel finden Sie weiter unten. 

      Um KI sinnvoll zu integrieren, orientieren wir uns an einem Stufenmodell (nach Joscha Falck), das sicherstellt, dass analoge Kompetenzen nicht verloren gehen.

      Konkret bedeutet das:

      1. Lernen ÜBER KI: Bevor die SuS die Tools nutzen, diskutieren wir: Woher hat die KI ihr Wissen? (Antwort: Sie hat aus vielen Beispielen gelernt). Macht sie Fehler? (Ja!).
      2. Lernen OHNE KI: Die Basis muss sitzen. Wir lesen Texte in Büchern, rechnen im Heft oder erstellen Präsentationen in Keynote. Erst wenn das Fundament steht, kommt die Technik.
      3. Lernen DURCH KI: Hier wird die KI zum Tutor. Sie gibt Feedback zu Texten oder erklärt Rechenwege, ohne die Lösung zu verraten.
      4. KI als LERNPARTNER: Ko-Kreation. Die SuS lassen sich Ideen geben (z. B. für eine Geschichte) oder lassen die KI Quizfragen erstellen, die sie dann prüfen.
      5. Lernen TROTZ KI: Die Reflexion. Wir vergleichen: Was hat die Schülerin/der Schüler geschrieben, was die KI? Was wirkt "lebendiger"? Hier wird kritisches Denken geschult.

      Den ganzen lesenswerten Artikel sowie weitere nützliche Informationen finden Sie unter: https://joschafalck.de/ki-in-der-grundschule/

      Zum Einstieg ins Thema lohnen sich auch diverse Fobizz-Fortbildungen, die oft orientiert an einem Fach gute Unterrichtsszenarien vorstellen und schulen.

      In dieser Unplugged-Übung schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Mensch und KI. Ziel ist, durch präzise sprachliche Anweisungen ein verstecktes Bild aus geometrischen Formen nachzuzeichnen. Die Übung verdeutlicht spielerisch, warum KIs exakte Befehle benötigen und wie Missverständnisse durch vage Sprache entstehen.

      😊 Das Spiel eignet sich für Schülerinnen und Schüler jeden Alters.

      Ziele:
      • Präzision: Die Notwendigkeit exakter Anweisungen (Prompts) erkennen.

      • Algorithmen: Verstehen, dass Computer Anweisungen strikt, aber ohne eigenen „gesunden Menschenverstand“ ausführen.

      • Fehlerkultur: Analysieren, an welcher Stelle die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine gescheitert ist.

      Ablauf
      1. Paarbildung: Die Kinder setzen sich Rücken an Rücken.

      2. Materialausgabe: Der Mensch erhält die Bildvorlage, die KI ein leeres Blatt und einen Stift.

      3. Die Arbeitsphase (ca. 10 Min.): Der Mensch diktiert, die KI zeichnet. Wichtig: Die Lehrkraft achtet darauf, dass nicht „gespickt“ wird.

      4. Die Enthüllung: Nach Abschluss werden Vorlage und Zeichnung nebeneinandergelegt.

      5. Reflexion (Plenum):

        • Was war die schwierigste Anweisung? (z.B. „Was bedeutet 'mittig oben' genau?“)

        • Wo hat die KI etwas anderes gemacht, als der Mensch im Kopf hatte?

        • Welche Fachbegriffe hätten geholfen? (z.B. Durchmesser, rechter Winkel, Koordinaten).

      ‼️ Die Durckvorlage finden Sie weiter unten auf dieser Kachel! ‼️

       

       

       

      Nutzt man KI mit der ganzen Klasse, ist die Auswahl an Unterrichtsszenarien, welche sich auf einschlägigen Homepages und Social Media Accounts findet, inzwischen grenzenlos. Das alte Prinzip, die Methode habe sich am Unterrichtsinhalt zu orientieren und nicht andersherum sollte auch hier im Fokus bleiben. Bei der Betrachtung des Inhaltes lohnt es sich dann aber, an das SAMR-Modell zur Integration neuer Lerntechnologien zurückzudenken:

      Welche neuartigen, zuvor undenkbaren Wege eröffnet mir die KI nun, den Unterrichtsinhalt mit den Lernenden zu erarbeiten und bedeutet der Einsatz der KI einen deutlichen Mehrwert, oder ersetzt er nur eine alte Methode?

      1. Die Sokratische Schreibkonferenz (Deutsch / Sprachen)
      • Konzept: Die KI agiert als Schreibcoach, nicht als Autor.

      • Umsetzung: Die Lernenden geben ihre Textentwürfe in die KI ein. Mit einem spezifischen Prompt wird die KI angewiesen, keine Korrekturen vorzunehmen, sondern drei gezielte Rückfragen zur Logik oder Lebendigkeit des Textes zu stellen.

      Lerneffekt: Förderung der Selbstreflexion und Überarbeitungskompetenz. Die Lernenden behalten die volle Schreibhoheit.

      2. Das literarische Interview (Deutsch / Fremdsprachen)
      • Konzept: Die KI schlüpft in die Rolle einer Buchfigur für ein fiktives Interview.

      • Umsetzung: Die Lernenden füttern die KI mit Informationen über eine Figur aus ihrer aktuellen Klassenlektüre. Danach führen sie ein Gespräch mit der „Figur“, um deren Motive, Gefühle oder Hintergrundgeschichte zu erforschen (z. B. „Warum hast du dich in Kapitel 3 so entschieden?“).

      • Lerneffekt: Förderung der Empathie und Textanalyse. Um die Antworten der KI auf Richtigkeit zu prüfen, müssen die Lernenden die Handlungen und den Charakter der Figur im Buch genau belegen können.

      3. Der KI-Faktencheck (Gesellschaft / Naturwissenschaften)
      • Konzept: Die KI als „unzuverlässige Quelle“ zur Förderung der Medienkompetenz.

      • Umsetzung: Die KI generiert eine Zusammenfassung zu einem Sachthema, in die (ggf. durch die Lehrkraft provoziert) sachliche Fehler eingebaut sind. Die Klasse muss diese Fehler mithilfe von Schulbüchern oder analogen Quellen identifizieren und korrigieren.

      • Lerneffekt: Kritisches Hinterfragen digitaler Inhalte („Halluzinationen“) und klassische Quellenarbeit.

      4. Die Mathe-App-Designer:innen (Mathematik)
      • Konzept: „Lernen durch Lehren“ – Die Lernenden bauen einen eigenen Mathe-Tutor.

      • Umsetzung: In Kleingruppen instruieren die Lernenden eine KI (per Prompting), sich wie eine bestimmte Persona zu verhalten (z. B. ein Skater oder ein Roboter). Dieser Tutor soll jüngeren Mitschüler:innen Mathe-Themen erklären, ohne die Lösung zu verraten.

      • Lerneffekt: Durch das Erklären-Lassen und das Testen des Bots müssen die Lernenden die mathematischen Regeln selbst tief durchdrungen haben.

      Im "Tüftellab" gibt es weitere Unterrichtseinheiten, welche mit Schülerinnen und Schülern zum Thema KI durchgearbeitet werden können - kostenlos und fertig vorbereitet.

      I

      Neben dem Unterricht im Klassenverband können Sie für einzelne Schüler*innen oder Gruppen spezifische "Assistenten" vorkonfigurieren (z. B. über Tools wie Fobizz oder Telli, bei denen die Kinder keinen Account brauchen).

      Eine Anleitung, wie sich Assistenten leicht anlegen lassen, findet sich HIER

      Großartig ist auch Rob, der Rollenpromptassistent, welcher auf Fobizz zur Verfügung steht. Diesem erklärt man, wofür man einen Assistenten erstellen möchte und was dieser "beachten" muss. Rob erstellt dann einen sinnvollen Rollenprompt, welchen man dann nur noch in die Eingabemaske des neuen Assistenten einfügen muss. HIER auf den Link klicken, dann in Fobizz oben rechts auf "Remix" und Rob der eigenen Assistentenbibliothek hinzufügen.

      Weisen Sie die Schülerinnen und Schüler vor dem Einsatz der Assistenten IMMER darauf hin, keine personenbezogenen Daten mit der KI zu teilen.

      Nützlich ist für lese- und schreibschwache Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, bei Fobizz den Prompt einzusprechen und dann in Text transkribieren zu lassen (Mikrophon neben dem Texteingabefeld). Auch können sich die Schüler*innen die Ergebnisse über den Playbutton unter dem Text der KI vorlesen lassen. So haben gerade lese- und schreibschwache Lernende die Möglichkeit, sich niederschweflig und individuell von der KI unterstützen zu lassen.

      Die hier aufgeführten Beispiele mit Link dürfen Sie gerne aufrufen und in Fobizz "remixen" sowie dann an Ihre Bedürfnisse und Ansprüche anpassen. Denken Sie auch daran, ihnen noch zu Ihrem Unterricht passendes Hintergrundwissen hochzuladen.


      Die "Wörterkönigin" (Für DaZ-Kinder & Wortschatzarbeit)
      • Problem: Ein Kind versteht ein Wort im Sachtext nicht, traut sich aber nicht, ständig zu fragen.
      • Funktion des Assistenten: Das Kind gibt das schwierige Wort ein und erarbeitet sich dessen Bedeutung sowie korrekte Schreibweise gemeinsam mit der Assistentin.
      • Hier geht's zur Wörterkönigin.

      Das "Divisions-Helferchen" (Mathe-Förderung)
      • Problem: Ein Kind bleibt bei der schriftlichen Division hängen, will aber die Lösung nicht einfach abschreiben.
      • Funktion des Assistenten: Das Kind gibt die Aufgabe ein. Die KI verrät nicht das Ergebnis, sondern erklärt nur den nächsten Schritt.
      • Hier geht's zum Assistenten.

      Die "Ideen-Fee" (Kreatives Schreiben / Schreibblockade)
      • Problem: Ein Kind sitzt vor dem leeren Blatt ("Ich weiß nicht, was ich schreiben soll").
      • Funktion des Assistenten: Das Kind nennt ein Thema (z. B. "Ein Schloss"). Die KI liefert drei verschiedene, spannende Satzanfänge oder Fragen zur Inspiration.

      Der "Quiz-Master" (Lernzielkontrolle/Übung)
      • Problem: Ein Kind ist mit den Aufgaben fertig und möchte das Thema (z. B. "Der Wald") vertiefen.
      • Funktion des Assistenten: Die KI stellt dem Kind nacheinander Quizfragen zum Thema.

      Die DGSVO-konforme, KI-gestützte App hilft dabei, reale Bücher und Internettexte auch Kindern mit LRS oder generellen Leseschwierigkeiten kinderleicht zugänglich zu machen. Der zu lesende Text wird per Foto gescannt und in LRS-freundliche Silbenschrift umgewandelt, weitere Anpassungen können bei Größe und Lesegeschwindigkeit vorgenommen werden. Ob Buch, Lesetext oder Sachaufgabe im Matheunterricht - die Anwendung hat keine Grenzen.

       

       

      Weitere Infos finden Sie unter: https://www.readbee.ai

      Wenden Sie sich an das Stadtmedienzentrum Stuttgart (weber@lmz-bw.de, 0711-20709880), wenn Sie Interesse haben, ReadBee an Ihrer Schule zu nutzen.