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  • Bildschirmzeit, Medien- und Spielsucht

    • Viele Eltern kennen die Sorge: Ihr Kind verbringt viel Zeit mit Videospielen, und das Weglegen des Controllers scheint eine Herausforderung zu sein. Schnell kommt die Frage auf, ob eine Spielsucht droht. Doch in den meisten Fällen ist dieses Verhalten ganz normal. Spiele sind darauf ausgelegt, Spaß zu machen und fesseln durch spannende Inhalte und Herausforderungen. Für Kinder ist es oft schwer, von selbst Grenzen zu setzen, da sie erst lernen müssen, mit solchen Situationen umzugehen. Hier ist die Begleitung durch Eltern sowie eine offene und klare Kommunikation besonders wichtig.

      Regeln festlegen

      Um die Mediennutzung sinnvoll zu gestalten, sind klare Regeln hilfreich. Diese sollten gemeinsam mit dem Kind besprochen und vereinbart werden. So lernen Kinder, ihre eigene Medienzeit bewusster einzuschätzen und zu steuern.

      Eine gute Möglichkeit, klare Absprachen zu treffen, ist das Erstellen eines Mediennutzungsvertrags. Dies kann beispielsweise über die Plattform www.mediennutzungsvertrag.de erfolgen. Hier können Eltern und Kinder gemeinsam Regeln für die Mediennutzung festlegen und dokumentieren.

      Dabei können Sie die Bildschirmzeit als eine Gesamtdauer für verschiedene Medien vereinbaren. So lernt Ihr Kind, eigenverantwortlich zu entscheiden, welche Medien es innerhalb dieser Zeit nutzen möchte. Ob Videospiele, Fernsehen oder das Surfen im Internet – die selbstgesteuerte Nutzung fördert die Medienkompetenz und die Verantwortung Ihres Kindes.

      Denken Sie daran: Regeln sollten flexibel bleiben und an das Alter sowie die Entwicklung des Kindes angepasst werden. Wichtig ist auch, die getroffenen Absprachen immer wieder gemeinsam zu reflektieren und bei Bedarf anzupassen.

      Wann wird es problemtisch?

      Medien- und Videospielsucht zeigt sich durch Kontrollverlust im Konsum. Besonders problematisch wird die Situation, wenn sich der Spielekonsum auf andere Bereiche des Lebens auswirkt. Es können einige Verhaltensweisen und Anzeichen beim Kind analysiert werden, die auf Sucht hinweisen könnten. Folgende können diesbezüglich als Leitfragen gelten: 

      • Verbringt das Kind den größten Teil seiner Freizeit am Handy oder mit Videospielen?
      • Werden die Nutzungszeiten länger und/ oder das Ausmaß des Konsums heruntergespielt?
      • Ist das Kind gedanklich ständig mit dem Medium beschäftigt?
      • Tauchen negative körperliche und emotionale Zustände auf, wenn das Medium nicht erreichbar ist? Gibt es bereits gesundheitliche Probleme wie Rücken- oder Kopfschmerzen?
      • Fällt es trotz negativer Konsequenzen schwer, den Medienkonsum zu reduzieren?
      • Werden soziale Beziehungen und Hobbys vernachlässigt?

      Falls mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantwortet werden können, kann die Situation als bedenklich eingestuft werden. In diesen Fällen hilft es, zunächst das Gespräch zu suchen und die Folgen des Verhaltens anzusprechen. Wichtig ist, für sein Kind Ansprechpartner zu sein und Kommunikationsmöglichkeiten offenzuhalten. Bewahren Sie Ruhe, sprechen Sie mit Ihrem Kind und erarbeiten Sie gemeinsam Lösungen. Wichtig ist, gute und spannende Alternativbeschäftigungen zu finden.

      Falls keine Fortschritte erzielt werden und die Situation nicht entschärft wird, sollten Eltern jedoch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. 

      Anlaufstellen in Stuttgart und Umgebung

      eva Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V.
      Adresse: Büchsenstraße 34/ 36, 70174 Stuttgart
      Tel.: 0711 20540
      E-Mail: info@eva-stuttgart.de

      Release Mitte
      Adresse: Senefelderstraße 51, 70176 Stuttgart
      Tel.: 071126843230
      E-Mail: release-mitte@release-stuttgart.de

      Suchtambulanz Universitätsklinikum Tübingen
      Adresse: Calwerstraße 14, 72076 Tübingen
      Tel.: 0707129- 82313
      E-Mail: sucht@med.uni-tuebingen.de

      Mehr zum Thema

      Wenn Sie mehr zum Thema lesen wollen, geht es hier zu unserem GameFrame-Beitrag:

      Vom Spaß zur Sucht? Wenn Medien zum Problem werden
      Im Gespräch mit Medienpädagogen Dejan Simonović über Medien- und Gamingsucht