Beim Spielen tauchen Gamerinnen und Gamer in faszinierende Welten, spannende Geschichten und vielfältige Spielerlebnisse ein. Dabei werden unterschiedliche Emotionen geweckt: Freude, Mut, Stolz, aber auch Wut, Frustration oder Angst. Spiele sind gezielt darauf ausgelegt, unsere Gefühlswelt anzusprechen, um Spannung und Motivation aufrechtzuerhalten.
Emotionale Auslöser in Spielen
Spiele sprechen uns auf verschiedene Weisen an, indem sie unterschiedliche Herausforderungen und Erlebnisse bieten:
Freude und Begeisterung entstehen, wenn Aufgaben gelöst, neue Welten entdeckt oder Erfolge gemeinsam mit Freunden gefeiert werden. Der Spielfortschritt und Erfolgserlebnisse stärken das Selbstwertgefühl.
Wut und Frustration treten auf, wenn wiederholtes Verlieren, unfaire Spielsituationen oder langes Nicht-weiterkommen dominieren. Auch toxisches Verhalten anderer Spieler kann negative Emotionen hervorrufen.
Angst und Nervosität werden vor allem durch dunkle, unheimliche Atmosphären oder plötzliche Schreckmomente ausgelöst. Horrorspiele arbeiten oft gezielt mit solchen Elementen, um Spannung aufzubauen.
Emotionen verstehen und verarbeiten
Es ist völlig normal, emotional auf Spielsituationen zu reagieren. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist die Trennung zwischen der virtuellen und der realen Welt manchmal schwer nachvollziehbar. Deshalb ist es wichtig, die Gefühle ernst zu nehmen und darüber zu sprechen:
Reflexion anregen: Ermutigen Sie Kinder, über ihre Spielerfahrungen und Gefühle zu berichten. Was hat Freude gemacht? Was war frustrierend? Dies hilft, Erlebnisse besser einzuordnen.
Strategien entwickeln: Wenn Frust oder Wut auftreten, kann es helfen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Pausen, Perspektivwechsel oder Hilfestellungen im Spiel können helfen, die Emotionen zu regulieren.
Grenzen setzen: Besonders bei aggressiven Reaktionen ist es wichtig, Grenzen zu besprechen. Gewalt gegen Gegenstände oder Menschen sollte thematisiert und reflektiert werden.
Machen Videospiele aggressiv?
Viele Eltern sehen in Video- und Computerspielen die Ursache für aggressives Verhalten. Obwohl ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen dem Konsum von Videospielen und dem Anstieg der Aggressivität nur schwer nachweisbar ist, konnten einige Studien eine Verbindung zwischen dem Konsum von Gewaltspielen und einem Anstieg aggressiven Verhaltens zeigen. Wie die/ der Spieler/in auf Computerspiele reagiert ist jedoch stark abhängig von individuellen Charakterzügen sowie dem jeweiligen sozialen und familiären Umfeld. Generell empfehlen wir einen bewussten und kritischen Umgang mit Videospielen, insbesondere bei solchen, in denen Gewalt vorkommt. Informieren Sie sich vorab über die gespielten Spiele und achten Sie auch auf die jeweiligen Altersfreigaben dieser.