• Engagierte, die eine Lernbegleitung im digitalen Bereich durchführen, sind durch den unmittelbaren Umgang mit den persönlichen Geräten der Lernenden mit personenbezogenen und sensiblen Daten konfrontiert.

      Aus diesem Grund sollten folgende Hinweise berücksichtigt werden:

      Innerhalb der Lernbegleitung kann es bei bestimmten Fragestellungen und Problemen zu Geräten oder Anwendungen vorkommen, dass persönliche Daten (z. B. Adresse, Passwörter oder Geburtsdatum) der Seniorinnen und Senioren relevant werden.
      Hierbei ist es sehr wichtig, dass Sie diese Daten niemals selbstständig notieren, speichern oder auf den Geräten der Lernenden eingeben.

      Wenn Sie Ihr Engagement in Angliederung an eine Organisation ausüben, gibt es dazu entsprechende Formulare zum Haftungsausschluss und eine Vereinbarung zum Engagement, die zur Vertraulichkeit der Daten verpflichtet. Ein sensibler Umgang mit den personenbezogenen Daten schützt Sie als Lernbegleitung und gibt Ihnen Sicherheit. Innerhalb der Lernbegleitung sollte der Umgang und das Vorgehen in einem solchen Fall angesprochen werden.

      Wer andere Menschen bei unterschiedlichen digitalen Fragen unterstützt, erhält dabei Einblicke in private Lebensbereiche – etwa durch Nachrichten oder Fotos. Ältere Menschen vertrauen sich Ihnen im Rahmen der Lernbegleitung an – ein Schritt, der nicht allen leicht fällt.
      Dass mit diesen persönlichen Daten vertrauens- und respektvoll umgegangen wird, ist daher eine grundlegende Voraussetzung für die Lernbegleitung.

      Machen Sie sich bewusst, dass Engagierte den Umgang der Lernenden mit digitalen Geräten und Anwendungen prägen.
      Wenn Sie selbst sorgsam mit Daten umgehen, lernen andere direkt, worauf zu achten ist. Lernbegleitung bedeutet nicht nur, zu sagen, „wo man klickt“, sondern auch, digitale Kompetenzen zu vermitteln.

      Der Schutz persönlicher Daten ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Grundbildung. Daher ist es besonders wichtig, älteren Menschen praktische Tipps für den Alltag zu geben und sie für Risiken und Fallstricke zu sensibilisieren.

      Auch bei der Durchführung der Lernbegleitung gibt es einen rechtlichen Rahmen. Ein unsachgemäßer Umgang mit personenbezogenen Daten kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

      Datenschutz ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern ein Teil guter Lernbegleitung. Er schützt nicht nur ältere Menschen vor Schaden, stärkt ihr Vertrauen und ist ein wichtiger Schritt in die digitale Selbstständigkeit. Ein sachgemäßer Umgang mit sensiblen Daten schützt auch Sie in Ihrem Engagement.

      Ein Beispiel-Szenario: E-Mail-Konto einrichten und nutzen

      Lernziel:

      Eine Seniorin richtet mit Ihrer Unterstützung ein neues E-Mail-Postfach ein, kennt Tipps für sichere Passwörter, erkennt Phishing und kann das Konto später eigenständig verwalten.

      Rollenklärung für Engagierte:

      • Ich beschreibe und erkläre, die Seniorin entscheidet und tippt (Selbstbefähigung statt Übernahme).
      • Ich mache mir keine privaten Notizen oder Fotos mit Passwörtern, Geburtsdaten oder anderen Angaben.
      • Ich verwende stets das Gerät der Lernenden.

      Umsetzung in der Lernbegleitung:

      Beziehungsaufbau und Einwilligung

      „Ich unterstütze Sie gern beim Erstellen des E-Mail-Kontos. Dabei sehe ich eventuell Ihre persönlichen Daten. Diese sind absolut vertraulich. Ich mache mir davon keine Notizen, ich merke mir keine Passwörter und gehe damit vertrauensvoll um. Sind Sie damit einverstanden?“

      Hinweis: Es kann bei der Lernbegleitung generell auch immer ein schriftlicher Haftungsausschluss und eine Vereinbarung zum Datenschutz unterzeichnet werden.

      Sicherheitsgrundlagen erklären

      • Erklären Sie das Passwortprinzip (Pass-Phrase, lang mit Sonderzeichen, einzigartig, keine Wiederverwendung) und die 2-Faktor-Authentifizierung.
      • Vermitteln Sie Basiswissen zu Phishing (nach Einrichtung des E-Mail-Kontos).

      Konto anlegen

      • Datenminimierung umsetzen: Lassen Sie nur Pflichtfelder ausfüllen.
      • Nutzername wählen: Vermitteln Sie, dass keine sensiblen Hinweise z. B. auf Jahrgang oder Adresse gegeben werden sollen.
      • Erarbeiten Sie zusammen ein Passwort, sagen Sie es aber nicht vor.

      Kompetenzaufbau: Üben statt übernehmen

      • Lassen Sie die erneute An- und Abmeldung vom Konto üben.
      • Stärken Sie die Eigenständigkeit (z. B. „Was würden Sie tun, wenn …?“)
      • Erklären Sie weitere Funktionen innerhalb des E-Mail-Kontos.
      • Erklären Sie, was zu tun ist, wenn das Passwort vergessen wird.

      Bestärkung

      Spiegeln Sie den Seniorinnen und Senioren den Lernerfolg: „Sie haben heute selbstständig ein E-Mail-Konto angelegt. Das haben Sie großartig gemacht. Üben Sie es zu Hause und kommen dann gern nochmal wieder.“